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2006 Teil 9: Werftaufenthalt in Trinidad
Wir haben den 22. Mai, der Tag an dem wir wieder in der Werft sein sollen,
damit endlich die Schweißarbeiten erledigt werden. Fortress, unsere
Schreiner, wartet schon auf uns. Er will seine Holzarbeiten im Schiff
fortführen, die wir ihm in Auftrag gegeben hatten, nachdem wir wussten, dass
wir zwei weitere Wochen in Trinidad verbringen müssen.
Unser Schweißer Lincoln war an diesem Tag weit und breit
nicht zu sehen, so dass wir ihn am nächsten Tag in seinem Büro
aufsuchten. Damit begann das 4-wöchige Drama! Wir alle wissen, dass die Kariben nicht
den Ruf der Arbeitswütigen in der Welt haben, was ich bis dato auch gut
verstanden habe, denn wer will bei diesen heißen Temperaturen schon
arbeiten?
Aber mein Verständnis verschwand von Tag zu Tag mehr und nun
muss ich einfach feststellen, dass manche doch sehr letagisch sind. Der
Projektmanager von Lincoln war der Meister in Ausreden und Lügen ... denn
gleich als wir im Büro ankamen, sagte er uns, er könne mit der Arbeit
nicht beginnen, da wir unsere Anzahlung noch nicht geleistet haben. Wie
recht er hatte, denn sage und schreibe hatte die Sekretärin uns 5 mal
eine falsche Kontonummer genannt!!! Zum Glück fiel ihr das 4 mal vor
unser Überweisung auf, aber leider beim 5 mal erst eine Stunde später!
Bernd
hat diese Anzahlung in ihrem Beisein an ihrem Computer getätigt, ging
zurück zum Schiff und eine Stunde später stand der Projektmanager an der
Upps! Wir sollten doch schnell die Überweisung stoppen, es fehlte eine
Null in der Kontonummer! Sehr witzig! Es ist mittlerweile Mittwochabend,
Feiertag am nächsten Tag in Deutschland und wir ohne Computer!
Ich renne
zum Internetcafe, gehe in Skype, um preiswert nach Deutschland zu
telefonieren, aber leider akzeptiert Skype keine 0180 Hotlinenummer der
Bank. Nun gut, ich rufe eine Freundin an, bitte diese die Bank anzurufen,
um eine örtliche Telefonnummer zu bekommen, damit ich über Skype
telefonieren kann. Zum Glück war dies kein Problem, und schon hatte ich
die nette Dame der Bank am Hörer.
Sie teilt mir freundlich mit, dass sie
eine Online-Auslandsüberweisung nur mit einem Kostenbeitrag von 30 Euro
ohne Garantie, dass diese wirklich gestoppt wird, aufhalten kann. Im
Gegenteil, sie empfiehlt mir, dies nicht zu tun und die dortige Bank suchen
zu lassen oder abzuwarten, ob das Geld zurück auf unser Konto kommt. Na
dann, ich gehe zu unserem lieben Projektmanager, teile ihm die Neuigkeit
mit, worauf er sagt, dass er dann nicht mit der Arbeit beginnt.
Wir sind
ja "Gemütsmenschen" und nehmen unsere Dollarvorrat aus dem
Geldbeutel und drücken ihm es als "Sicherheit bis die Überweisung
ankommt" in die Hand, worauf er endlich das Material für unsere
Arbeiten bestellt. Nach eineinhalb Wochen wird dieses geliefert. An
dem Tag, wo unsere Arbeiten eigentlich abgeschlossen sein sollten.
Das Drama geht weiter, denn inzwischen lief in
Deutschland die Weltmeisterschaft, an der Trinidad als kleinstes Land
teilnahm, im vollen Gange! Dies bedeutete, an den Tagen, an denen Trinidad
spielte, wurde nicht gearbeitet! Man schaute Fußball!
Um ehrlich zu sein,
haben wir immer mitgeschaut und es war ein tolles Erlebnis bei diesem
Menschenschlag dabei sein zu dürfen. Arbeiten können sie nicht, aber
feiern!!! Nur wenn der Ball in die richtige Richtung lief oder Trinifans
im Fernsehen zu sehen waren, jubelten die daheim geblieben Zuschauer vor
dem Fernsehen, tanzten und sangen! So eine Stimmung haben wir in
Deutschland nicht einmal, wenn wir ein Tor geschossen haben! Aber wir sind
ja auch arbeitstüchtig!
Ich möchte das Drama gar nicht weiter ins Detail
beschreiben, ich versichere jedoch, dass es im selben Stil bis zum Ende
weiterging.
Lincoln, der Chef des Ladens, war in den ersten 3 Wochen im
Urlaub, als er zurück war, traf ihn den Schlag! Er war geschockt, was
seine Leute in drei Wochen an Arbeit bzw. fast keine Arbeit geleistet
haben. Er entschuldigte sich mehrmals bei uns, und sagte seinen Jungs,
dass sie das lange Wochenende durcharbeiten müssen (es war Do und Mo ein
Feiertag und Trinidad spielte Freitags Fußball!). Gesagt getan, innerhalb der
nächsten eineinhalb Wochen wurde die neue Rehling und das Hardtop geschweißt! Unterdes waren die Fortressleute und Tony (der beste
Holzlackierer in Chaguarams) fleißig am Arbeiten und die Upps hat
folgende Erneuerungen bzw. Instandhaltungen gemacht bekommen:
Schreinerei "Fortress"
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Neue Bodenlackierung
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neue Deckenteil im Salon
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neue Leisten zum Festhalten in der Küche
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Herabsetzung des Spülbeckens in der Küche
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Lackierung aller dunkeln Flecken im Lack bzw. an
Küchenschränke
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neue Lackierung des Holzes rund ums Waschbecken im
vorderen Bad
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Austausch der gebrochenen Leiste im vorderen Bad
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neue Halterung für Gläser und Geschirr im Schrank
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Bohrungen für die neue LED-Beleuchtung im Schiff
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neues Cockpit inklusive Cockpittisch
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neue Badeplattform und Stufen für Leiter
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Lackierung des Salontisches
Segelmacher "Barrow"
Schweißer "Lincoln"
Team "Upps"
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LED-Beleuchtung installiert
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neuen Laptop gekauft und neu
aufgebaut (Bernd ohne Computer, eine
Katastrophe!!! Tanja an den Rande des Wahnsinns getrieben!)
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neues Moskitonetz genäht
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neuen "Fortress-Anker" installiert
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neue Fahrtbeleuchtung installiert
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wie blöd den Arbeitern hinter her gerannt!
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in Geduld geübt
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Werftkoller bekommen
Alles in allem muss man sagen, dass man in Trinidad
Reparaturen sehr gut durchführen kann - solange es nichts zu schweißen
gibt ! Die Holzarbeiten von Fortress sind erste Klasse und alle Absprachen
wurden termingerecht erledigt. Auch der Segelmacher war bemüht und hat
seine Dinge ( fast ) rechtzeitig abgeliefert - nur Lincoln und seine Crew
( Chaguramas Metal Works ) hat uns an den Rande des Wahnsinns gebracht.
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