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2006 Teil 15: Curacao

Curacao - eines der schönsten Reiseziele für Taucher. Es gibt etwa 60 Tauchstellen, von denen 44, verstreut über die gesamte Südküste, mit Bojen markiert sind. Die Nachbarinsel von Bonaire, das C der ABC-Inseln, ist für uns bzw. die UPPS Ziel für einen 6-wöchigen Aufenthalt in der Opus Marina in der Piscadera-Bay.

Wir fliegen in dieser Zeit nach Deutschland, um dort die Herbstferien mit Jo zu verbringen und Bernds Geburtstag zu feiern.

Nach unserer Rückkehr mieten wir uns ein Auto, um die UPPS für Kuba zu proviantieren und Curacao zu entdecken. Hier in den niederländischen Antillen finden wir europäische Verhältnisse (in Bezug auf Einkaufmöglichkeiten, Essen aber auch Architektur) vor. Ansonsten machen wir eine Inselrundfahrt, gehen in Willemstaad bummeln (sieht aus wie die kleine Ausgabe von Amsterdam) und natürlich tauchen.

Hier eine Beschreibung der Tauchplätze, die wir sehr interessant und schön fanden:

Tauchgang Playa Kalki Nr. 1: Ein sehr schöne Rifflandschaft, im Norden der Insel.

Tauchgang Vaersen Baai Nr. 25:

Sie liegt in der Mitte zwischen dem Dorf St. Michiel und Bullenbaai nordwestlich von Willemstaad. Der Strand ist hier sehr sauber, da er als Badestrand der Inselpolizei dient (dort steht dann wohl auch das Auto sicher ;-)). Das Meer ist hier so gut wie immer ruhig. Diese Stelle bietet sich auch gut zum Schnorcheln an (gibt unzählige Sandaale – die wiegen sich immer im Sand und wenn man näher kommt, schlüpfen sie in ihre Röhren). Das Riff liegt in einer Tiefe von 9 m und fällt dann auf 30 m ab. Vom Einstieg nach links weg vielleicht 200 m, am besten an der Riffkante entlang Schnorcheln und dann erst abtauchen. Ab ca. 12 m kommen die Autowracks und gehen in eine Tiefe bis ca. 55 m, wo dann auch das Wrack des Schleppers kommt. Die Autos sind irgendwelche alten Cadillacs usw. – echt Klasse!! Das Wrack ist nicht unbedingt erforderlich zu sehen.

Wir haben dort nicht nur die Autowracks, die super interessant waren, sondern auch Schildkröte, Stachelrochen und eine Baracuda-Herde (ca. 10 Stück) gesehen.

Tauchplatz Nr. 31:

An der rechten Seite des Riffes (westlich) am Princess Beach Hotel liegt das so genannte Car Pile, ein künstliches Riff, das aus Autowracks besteht, die vor Jahrzehnten ins Meer geworfen wurden. Manche Modelle sind noch aus den 40er Jahren. Fast alle sind komplett mit Schwämmen und Korallen überwachsen, sieht klasse aus. Kann hier auch Strömung Richtung NW haben. Den Einstieg vom Strand sollte man dann dementsprechend wählen, um mit der Strömung über die Wracks zu treiben.

Bei uns war richtige Strömung und der Einstieg sehr mühsam! Ich fand den Spot sehr interessant, Bernd weniger.

Wir ließen unsere Tauchflaschen im Marriott Hotel füllen, Bei dieser Gelegenheit benutzen wir jedes Mal die Hotelanlage und lagen am Swimmingpool. Sehr schönes Ambiente, dort kann man gut einen schönen Urlaub genießen. Wir haben dort mal so die Karibik genossen, wie es jeder von uns denkt!

Viele Segler denken, dass nach Trinidad und Isla Margarita bis Panama keine Möglichkeiten für Reparaturen, Einkauf oder Unterbringung des Schiffes gibt und vergessen dabei völlig die ABC-Inseln. Das mag auch daran liegen, dass es bisher keinen Segelführer über die ABC-Inseln gab. Dieses Jahr wurde dieser jedoch veröffentlicht: von D Waterson & D van der Reijden und heißt "The ABC Islands".

Wir haben uns auf Curacao sehr wohl gefühlt und finden die Insel einen Besuch wert. Auch die Opus Marina, die erst seit einem Jahr existiert, war super. Der Service war exzellent und Charlton, der Manager, ist super hilfsbereit und fürsorglich. An diesem Ort würden wir die UPPS auch für einen längeren Aufenthalt abstellen.

Nach mehrmaliger Verschiebung unseres Abreisetermin, da es uns so gut in Curacao gefallen hat, starten wir dann doch am 23. Nov Richtung Kuba. Nach der Verabschiedung von Charlton und seinen Mitarbeitern der Opus Marina in Curacao, von denen wir noch 2 tolle Baseballcaps bekommen haben, verlassen wir die Bucht und nehmen unseren Weg von 600 Meilen Richtung Kuba auf uns.

Unsere Überfahrt begann mit einem Etmal von 180 Meilen am ersten Tag und wir dachten schon, dass wir in Rekordzeit in Kuba sein werden. Jedoch schon am zweiten Tag funktioniert unser Autopilot nicht mehr, d.h. es muss mit der Hand gesteuert werden! Sollten wir umkehren? Aber wir entschieden uns für Kuba und somit für eine sportliche Angelegenheit! Ich habe mich bisher gewundert, warum segeln ein Sport sein sollte, aber nun kann ich es durchaus bestätigen! Wenn die Technik nicht mehr funktioniert, hört die Bequemlichkeit auf! Ab sofort musste ständig Bernd oder ich am Steuer stehen, Tag und Nacht! Aber wenn wir doch zu müde wurden, haben wir mitten auf dem Meer beigedreht, Ankerlicht gesetzt und geschlafen! Aber auch da mussten wir jede Stunden aufstehen und nachschauen, ob ein Schiff zu sehen ist. Denn auch die großen Frachtschiffe und Tanker kennen diesen Trick, so dass wir in der einen Nacht auf ein Frachtschiff zu getrieben sind.

Als dann auch noch in ein kleines Unwetter mit 35 Knoten Wind geraten und zu müde und ausgelaugt waren, entschieden wir uns für einen Nachtstop in einer Bucht an der haitischen Küste, um ausschlafen zu können. Wir fanden auch eine ruhige Bucht mit einem kleinen Dorf! Ich muss betonen, dass wir eigentlich nie an die Küste vor Haiti fahren wollten, da es das ärmste Land in der Karibik ist und die Regierung keine Segler bzw. Touristen im Land haben möchte. Somit ist es ein Ort bzw. eine Insel, die Segler meiden. Aber aus gegebener Situation heraus, entschieden wir uns dafür.

Schon als wir in die Bucht hineinfahren, bemerken wir besondere Unruhe in dem Dorf. Als wir unseren Anker warfen, waren alle Menschen des Dorfes aus ihren Hütten gekommen und standen am Strand und an den Hügeln und starrten uns und die UPPS an. Keiner bewegte sich mehr oder tat seine Arbeit, sondern alle Aufmerksamkeit galt uns! Schon in diesem Moment wurden wir unruhig, so etwas hatten wir noch nie erlebt! Kaum angelegt, kamen die ersten Dorfbewohner und bestaunten unser Schiff oder/und boten uns Fisch an! Ich war so müde, dass ich mich erst einmal schlafen legte. Bernd jedoch fand keine Zeit dafür, mehr und mehr kamen die Menschen, staunten und versuchten mit Bernd zu sprechen.

Bei Sonnenuntergang, nachdem wir schwimmen waren, und uns immer noch volle Aufmerksamkeit bewidmet wurde, war uns nicht wohl im Bauch. Wir nehmen den Anker hoch und legen ab. Lieber schlafen wir doch wieder auf dem Meer. Hier ist einfach zu viel Armut, die Menschen bettelten teilweise um Nahrung. Wir wollten kein Risiko für einen Überfall in der Nacht eingehen. Wir hinterlassen die Küste Haitis in der Dunkelheit, wortwörtlich in der Dunkelheit, auf dieser Insel gibt es keinen Strom. Noch nicht einmal am Kap finden wir eine Beleuchtung für die Schifffahrt, obwohl viele Frachter und Tanker zwischen Jamaika und Haiti dieses Kap passieren. Diese 4 Stunden auf Haiti waren sehr beeindruckend, die Natur wunderschön, aber das Leben der Menschen ist absolut isoliert und verarmt!

 
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