|
2007 Teil 1: Cayman & Belize ( Januar 2007 )

Die Überfahrt nach Cayman war entsetzlich! 240 Seemeilen, die einfach nicht
enden wollten. Wir sind gegen den Passatwind gekreuzt, ein unangenehmes
Unterfangen!!! Es ist ein Traum mit dem Passat zu segeln, aber ein Albtraum
dagegen an! Letztendlich haben wir über 400 Seemeilen hinter uns gelegt bis wir
endlich nach 5 Tagen und Nächten (mal wieder ohne Auto- oder Windpilot) in Cayman
ankommen.
Am Morgen des letzten Tages waren wir so übermüdet und genervt, dass
wir unseren ersten Ehekrach hatten und ich ein Flugticket nach Frankfurt
verlangte. Aber kaum lagen wir im Hafen von Cayman, sicher an einer Zollboje,
umlagert von 6 Kreuzfahrtschiffen (wir waren das 7. und kleinste) mit einem Sundowner in der Hand, da war die Überfahrt schon vergessen.
Aufgrund unserer
Schiffnachbarn, die ca. jeder 2000 bis 3000 Passagiere an Bord hatten, hatte der Zoll erst nach 16.00 Uhr Zeit für uns. Leider schon Überstundenzeit, weswegen
sie uns anboten, morgen früh zu uns ans Schiff zu kommen, damit wir die
Überstundengebühr nicht zahlen müssen. Wir dürften allerdings dann nicht von
Bord! Aber kein Problem, wir wollen sowie so nur noch ins Bett! Wenigstens
schwimmen dürften wir gehen, was wie in Bonaire sehr schön ist, da das Wasser
sehr klar im Hafen ist.
Auch hier wird sehr auf die Natur- und Umweltschutz
geachtet, ankern ist verboten! Eines muss ich aber zugeben, nachdem wir nun fast
2 Monate in Kuba ohne westliche Produkte gelebt hatten (natürlich hatten wir
diese an Bord, aber...), lachte mich der ca. 100 Meter am Strand entfernte Burger
King mächtig an! Der Heißhunger auf einen Burger ließ sich nur schwer im Zaun
halten, Bernd und ich überlegten doch heimlich kurz an Land zu rudern. Aber wir
sind ja brave und gehörige Menschen und somit blieben wir an Bord!
Am nächsten
Morgen um 11 Uhr ist es soweit und Immigration und Customs kommen an Bord. Kurz
Papiere ausfüllen, Bootsbesichtigung und alles klar, wir dürfen zu Burger
King!!! Nichts wie hin, um 12 Uhr sitzen wir mit einem Whopper Meal glücklich
auf Cayman Island. Ach ist es schön, mal wieder amerikanische Verhältnisse
vorzufinden!!! Grand Cayman ist meiner Meinung nach sehr amerikanisch. Alles
erinnert an die USA, Sprache, Gebäude, Supermärkte, ja einfach alles! Der
Supermarkt mit seinen vollen Regalen kommt uns wie ein Traum vor! Aber leider
sind die Preise ein Albtraum! Grand Cayman ist ein Einkommensteuerfreies
Paradies, aber dafür in den Lebensmittelkosten ein Albtraum. Hier ein paar
Beispiele: 500 gr Hackfleisch 8 Euro, eine kleine Salamiwurst 6 Euro, eine
Packung Brezeln 4 Euro, Salat 1,50 Euro ... Aber es geht kein Weg vorbei, wir
müssen einkaufen, nach Kuba ist der Bordbestand ziemlich leer!
Wir gönnen uns
ein Tag Vergnügen, aber dann geht es in die Marina bzw. Werft, wo wir unseren
neuen Steuermann, die Pazifik 2 ein Windpilot, an Bord nehmen möchten. Zudem
haben wir auch eine Liste mit weiteren Reparaturen! Wenn wir nicht am werkeln
sind, sind wir im Büro der Werft, um das Internet bzw. Skype zu genießen.
Endlich mal wider mit der Familie und Freunden telefonieren! Wie schön war es
eure Stimmen endlich mal wieder zu hören!!! Ach ja, wie schön doch die
westlichen Standards sind!
Die Werft war für uns optimal. Die Einfahrt hat
wohl Bernds ganzes Können als Steuermann erfordert, denn es war ein Kanal mit
einer
Breite von 17 Metern und einer Tiefe von ca. von 2m, also den Maßen der
UPPS und zum Anlegen musste Bernd eine Wende fahren! Alle Werftmitarbeiter und
ich haben die Luft angehalten, das nichts passiert, aber Hut ab, es hat
geklappt! Die Mitarbeiter sind sehr sehr freundlich, Mike der Projektleiter
organisiert alles ruckzuck. Donnerstags angekommen, können wir Montags mit
unserem neuen Windpilot "Windi", den Bernd super installiert hat, schon wieder
die Werft verlassen! Super Service, vielen Dank!
Wir verlegen uns an die
Zollboje in Georgetown und gehen die nächsten 3 Tage
tauchen. Sehr schönes
Tauchrevier, vergleichbar mit Bonaire! Die Nachmittage verbringen wir an der Strandbar, wo wir eine sehr gute WiFi-Verbindung haben und Bernd eine Art
Weizenbier entdeckt! Das Leben kann nicht schöner sein! Täglich haben wir ca.
5-7 Kreuzfahrtschiffe um uns herum, kaum zu glauben, wie viele fahrende
Hochhäuser auf dem Karibischen Meer herumfahren. Mein Favorit ist die Disney Magic, ein Kreuzfahrtschiff von Disney World!
Mir fällt es wieder schwer
weiterzusegeln, aber nach einer Woche Aufenthalt müssen wir los!
Wir wollen die
"Lauan" im Rio Dulce in Guatemala treffen, also dann wieder 370 Seemeilen bis nach
Belize! Aber zum Glück dieses Mal mit dem Passatwind und Selbststeueranlage !
Die Überfahrt war kein Problem, Windi und ich
gewöhnen uns nur langsam aneinander, das Vertrauen wie bei unserem Autopilot ist
noch nicht vorhanden, aber die angenehmen Seiten des Segelns kehren auf die UPPS
zurück. Wir sind schneller als geplant, unsere Durchschnittsgeschwindigkeit
liegt nicht wie gedacht bei 5 sondern 8 Knoten, weswegen wir pünktlich zur
Dunkelheit am
Light House Reef ankommen.
Das
Einfahren bei Dunkelheit ist viel
zu gefährlich, leider, denn wir wären gerne vor Anker gegangen, um
auszuschlafen. Somit warten wir auf den nächsten Morgen und nähern uns dem
Riff von Nordwesten. Kaum das die Sonne aufgegangen ist, nehmen wir die
westliche Einfahrt. Weder Karte noch GPS-Punkte stimmen, wir müssen 3 Anläufe
nehmen bis wir in dem Riff sind.
Ein Riff wie Tobago Cays nur viel viel größer
und mit nur wenigen Schiffe empfängt uns. Sehr sehenswert! Auf 2 m Tiefe lassen wir
den Anker fallen, endlich! Der Tag vergeht mit einer Korrektur der Montage von Windi.
Pünktlich zum Sundowner bekommen wir einen Katamaran als Nachbar. Da ist
so viel Platz im Riff, und doch meinen die anderen Segler, sie müssen sich nahe
an die UPPS legen. Die schöne Aussicht auf die Insel ist vorbei, aber dafür
haben wir ruckzuck eine Einladung zum Abendessen. Wir lernen Diana, eine
Deutsche, und ihren amerikanischen Verlobten David kennen.
Gemeinsam fahren wir am nächsten Morgen zum
bekannten Tauchspot "Blue Hole". Die Fahrt dorthin dauert 2 Stunden, Bernd steht
auf unseren Dach und gibt mir Anweisungen, wie ich die Korallenköpfe zu umfahren
habe. Die Wassertiefe beträgt zwischen 1,80 und 3 Metern. Hätten nicht 3
Tauchschiffe am Blue Hole gelegen, wären wir glatt daran vorbei gefahren.
Es ist
bei ungünstigen Sonnenlicht nicht zu erkennen. Bernd steigt in den Mast zum
Fotografieren, und stellt mit erstaunen fest, dass es 3 Löcher gibt. Sind wir
nun am richtigen? Aber die Koordinaten zeigen das
Blue Hole an, Bernds Traum zum
Tauchen.
Also dann los! Tauchsachen packen und mit dem
Beiboot los! Wir kommen! Und da ist es, das fast schwarze Loch! Die ersten paar
Meter haben wir noch eine Sandkante unter uns und dann nur noch
dunkelblau!
Alles klar, abtauchen!
Die Seitenwände sind ohne Bewuchs, es geht in die Tiefe.
Mit einem Mal wird das Wasser ernorm kalt, wir sind ca. auf 35 Metern. Und dann
fallen wir wie ein Stein, so schnell kann ich Bernd, der gerade mit der Kamera
beschäftigt ist, nicht warnen und wir sind auf 50 Metern. Ab nun schnell das Jacket mit Luft füllen und zurück auf 40 Metern, wo wir
kleine Stalaktiten
sehen. Das wars! Mehr gibt es von diesem Tauchgang nicht zu berichten, kein Hai,
keine Höhle! Wir sind enttäuscht.
Oben wartet Diana auf uns, die auf 10 Meter
getaucht ist. Kaum war sie im Wasser, war ein Hai neben ihr! Toll! Sie fand es
nicht toll, da sie Angst vor Haien hat. Aber wir fragten uns, warum wir auf 40
Metern gegangen sind??? David war von seinem Tauchgang begeistert, er meint, er
hätte den Grund des Blue Holes gesehen! Und schon haben wir all die Meinungen,
die wir vorher in dem Reiseführer gelesen hatte. Entweder man ist begeistert
oder einfach nur enttäuscht.
So schnell geben wir nicht auf, und somit ziehen
wir am nächsten Tag zum zweiten Mal los! Wir gehen an einer anderen Stelle in
Wasser und tauchen somit auf der anderen Seite des Blue Holes ab! Diesmal wagen
wir uns auf eine Tiefe von 63 Metern, jedoch dieses Mal wirken wir rechtzeitig
dem Steineffekt entgegen. Und hier präsentiert sich das Blue Hole in seiner
vollen Pracht. Wir sehen große Überhänge, den weißen Grund ca. 60 Metern unter
uns (so klar ist das Wasser) und die Haie, die ihre Kreise über den Grund
drehen!
Fantastisch! Leider bekomme ich ab einer Tiefe von ca. 30 Metern
Tiefenrausch, so dass ich sehr mit mir beschäftigt bin. Aber ich habe alles
soweit unter Kontrolle. Am Ende des Tauchganges auf 10 Metern umkreisen uns
3
große Zackenbarsche. Diese sind wohl von den lokalen Tauchschulen angefüttert
wurden, sie weichen uns nicht von der Seite.
David stellte nach unserem gelungenen Tauchgang die
Erkenntnis fest, dass wenn jemand behauptet, das Blue Hole wäre nicht genial,
dann ist er nicht tief genug getaucht! Bei
unserem Besuch auf de Half Moon Cay erfahren wir vom dortigen Rancher, dass sie
zur Zeit einige Probleme mit dem Blue Hole und ihrer Insel haben. Die lokalen
Tauchschulen füttern die Haie an, was gerade für diejenigen gefährlich wird, die
ohne Tauchschulen sozusagen wir Segler, dort tauchen gehen. Und auf Half Moon Cay haben sie eine Rattenplage. Die Ratten fressen die Eier der dort ansässigen
Vögel, die damit vor dem aussterben bedroht sind. Aber bei dem Wort Ratte war
ich bereits im Beiboot und abfahrtsbereit.
Ein Tauchgang am Außenriff ist der
krönende Abschluss von Belize, wir legen ab Richtung Guatemala, wo Heike und Michael von der Lauan auf uns warten!
Weiter
zu den Bildern dieser Reise
Weiter zum Reisebericht
2007 Teil 02: Guatemala und die Tempel der Mayas
zurück zu
2006: Westkuba und Havanna
|