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2007 Teil 6:
Panama City bis Miramar
Während Jos Besuch hatte ich keine Zeit und
- ehrlich gesagt auch keine Lust - einen Bericht zu schreiben, sondern wir
bevorzugten es, mit ihr schwimmen zu gehen oder andere Dinge zu unternehmen. Die
Zeit rannte mal wieder viel zu schnell und wir haben eine Menge erlebt, was ich
nun hier zusammenfassen möchte.
Das
Wetter war durchwachsen, an der Festlandküste regnete es um diese Jahreszeit
sehr viel, aber auf den San Blas Inseln hatten wir oft blauen Himmel und
Sonnenschein, so dass es Jo manchmal zu warm war.
Unsere gemeinsame Reise mit Jo fing in
Panama City an, wo wir sie vom Flughafen abgeholt haben. Dort haben wir die
ersten 2 Tage verbracht und sind dann nach Colon zur UPPS gefahren. Von dort
segelten wir über
Portobelo, entlang an der Panamaküste zu den
San Blas Inseln,
wo die Kuna Indianer auf 365 Inseln bzw. am Festland in ihrer Provinz Kuna Yala
leben. Die Natur ist hier traumhaft schön, die Südsee könnte nichts schöneres
bieten. Es war leicht sich dort 2 Wochen aufzuhalten und wie gerne wären wir
auch noch länger geblieben, aber es war Zeit für die Rückreise. Wieder führte
unser Weg an der Panamaküste entlang, zurück nach Colon. Dort lag die UPPS
sicher in der Shelter Bay Marina und wir fuhren zurück nach Panama City, um dort
die letzten 3 Tage vor Jos Abflug zu verbringen.
Panama City ist eine sehenswerte Stadt, der
Gegensatz zu Colon. Hier meint man in einer amerikanischen Großstadt zu sein. Es
ist eine hinreisende Kulisse aus schicken Villen, Wolkenkratzern, grünen Hügeln,
baumgesäumten Straßen, Ozeanriesen und Luxusjachten, wo man sich gerne ein paar
Tage aufhält. Eine schöne Abwechselung für uns zu unserem täglichen Seglerleben.
Da Jo mit einer 6stündigen Verspätung spät nachts gelandet war, gingen wir den
ersten Tag sehr gemütlich an. Ein Besuch in der Altstadt und im
Panama Kanal
Museum, das sicher sehr interessant war, aber schöner gewesen wären, wenn alle
Erklärungen nicht nur in Spanisch geschrieben wären, sondern auch in Englisch.
Abends machten wir einen Abstecher in die Albrook Mall, ein sehr großes im
amerikanischen Stil gehaltenes Einkaufszentrum.
Shopping war auch am zweiten Tag angesagt,
wir besuchten die zwei bekannten Einkaufstraßen Panama City, die Via Espana und
die Avenida Central. Doch Jo bevorzugte die amerikanische Mall, da gab es mehr
Klamotten nach ihrem Geschmack. Nachmittags fuhren wir mit den Bus nach Colon,
die Fahrt dauert 2 Stunden.
Die nächsten Tage verbrachten wir in Colon
mit Großeinkäufen und Vorbereitungen für unseren 3-wöchigen Segeltörn zu den San
Blas Inseln. Da man dort nur das Nötigste - wie zum Beispiel Eier, Wasser, Brot
und ab und zu Obst - einkaufen kann, kein Internetzugang hat, die Wassertanks
nicht füllen kann und nur Handwäsche möglich ist, musste das alles vorab in der Marina
erledigt werden.
Montags fuhren wir dann noch zum Tanken in
den Panama Yacht Club und mussten mal wieder den schlechten Service ertragen, so
dass wir sage und schreibe einen kompletten Tag an der Tankstelle verloren. Um 9
Uhr wird geöffnet, da man bei Regen nicht tanken darf, gibt es erst mal keinen
Diesel. Am Mittag hört es auf zu regnen, da ist aber Mittagspause. Am Nachmittag
erhalten wir 200 Gallonen. Mehr geht nicht, es ist ja Feierabend!!
Am Dienstag fuhren wir dann los. Mit Jo
segeln wir in der Regel nur kurze Strecken von max. 25 Seemeilen, so dass unser
erster Stopp Portobelo war. Dort sollte es einen Herrn namens Atashni Polito
geben, der das Marine Warehouse betreibt. Er bestelle alle Ersatzteile aus den
USA und liefert sie zu vergleichbaren Preis wie West Marine. Aber leider hat er
gerade sein Geschäft aufgegeben und ist nach Kanada gegangen, so dass es dort
nichts mehr gibt!!! Das ist sicher ein wichtiger Hinweis für alle Segler, denn
er war unter den Seglern sehr bekannt, da man außer in Panama City keine
Ersatzteile fürs Schiff besorgen kann. Ansonsten ist Portobelo ein kleiner Ort
mit einer alten Festung. Das Wasser in der Bucht ist verschlammt vom Fluss, der
dort mündet. Es regnete den ganzen Tag und wir bevorzugten am folgenden Tag
weiterzureisen.
Gleich neben Portobelo gibt es eine
urige
Bucht namens Playa Blanca, in der nur ein Schiff Platz zum Ankern hat. Dort kann
man schön schwimmen gehen und die schöne Natur der Panama Küste genießen.
Jo und
ich haben eine Kokosnuss am Strand gefunden und da Jo nur eine Kokosnuss aus dem
Supermarkt kannte, musste Bernd diese Kokosnuss öffnen. Es ist immer wieder
interessant,
wie wir uns abmühen müssen, bis dieses Ding endlich geöffnet ist.
Ich glaube, wir bevorzugen das nächste Mal wieder eine Kokosnuss aus dem
Supermarkt!
Nächster Stopp war Isla Grande. Wir gingen
schwimmen und ins Örtchen, während Jo die Ruhe an Bord genoss. Endlich war sie
uns los und hatte Zeit für sich!
Ein weiterer Tag mit Motoren, denn der Wind
in dieser Gegend ist einfach sehr schwach. Wir erreichen Miramar, wo Mimi und
Sergio, ein französisches Ehepaar und Ex-Segler, einen Steg zum Anlegen haben
sollen. Hier gibt es auch einen Supermarkt für letzte Besorgungen.

Die Bucht und besonders die Einfahrt ist
viel enger und kleiner als gedacht und wir kommen mit unserer Schiffsgröße echt
ins Schwitzen. Aber wir erreichen den Steg, sozusagen Maßeinheit! Der Ort bietet
nicht viel, aber Mimi und Sergio sind sehr nett. Sie schenken uns eine Tüte mit
Limetten und wir bunkern nochmals Trinkwasser in unseren Wassertanks.
Bernd baut
uns abends eine kleine Dusche am Steg, so dass wir nochmals ausgiebig duschen
können.
Das war unser letzter Halt an der
Festlandküste, morgen werden wir endlich die
San Blas Inseln bzw. Kuna Yala, wie
die Kuna Indianer ihr Land nennen, erreichen! Viele Segler, die bereits ihre
Weltumseglung abgeschlossen haben, nennen Kuna Yala eines der Highlights ihrer
Weltumseglung! Wir sind schon sehr auf das Paradies gespannt!
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