2009 Teil
06: Vanuatu ( Espiritu Santo )

Nachdem
wir in unserem ersten Teil von Vanuatu reine Erlebnisse
geschildert haben, möchten wir in diesem Bericht doch noch
kurz auf allgemeines Wissen über Vanuatu eingehen.
Vanuatu ist wirklich ein kleines Paradies mit vielen
Abenteuern und somit eine Reise wert.
Ein Häuptling sagte zu mir: „Ich glaube, ich habe hier nicht
viel, aber eines habe ich, ich lebe im Paradies auf Erden!“
Die Republik Vanuatu liegt im
Südwestpazifik zwischen dem 12° und 21° südlicher Breite und
166° und 171° östlicher Länge.
Die rund 83 Inseln, von denen 12 größere und der Rest
kleinere Eilande sind, erstrecken sich rund 900 Km von
Norden nach Süden in der Form eines „Y“.
Die Hauptstadt Port Vila liegt auf der Insel Efate.
Erst 30.07.1980 wird der Staat in seine Unabhängigkeit
entlassen, zuvor waren Großbritannien und Frankreich
gemeinsame Herrscher. Aus den Neuen Hebriden, wie sie damals
noch genannt wurden, wird Vanuatu, was so viel bedeutet wie
„Unser Land“. Die Landessprache ist Bislama (aus dem
englischen Pidgin entwickelt), Englisch und Französisch sind
Amtssprachen und außerdem gibt es ca. 115 verschiedene
melanesische Sprachen.
An dem sogenannten Bislama haben wir unsere reine Freude,
mit viel Fantasie verstehen wir auch die Sprache. Hier ein
Auszug:
Welkam! Gud morning! Alo! Yu tok tok
Engglis? Sore, mi no save. Nem blong me Tanja! Nambawan Cafe
Das
bedeutet:
Welcome! Good morning! Hello! Do you speak
English? Sorry, I don’t understand. My name is Tanja! Number
One Cafe
Da die Sprache nur aus ca. 2500 Wörtern
besteht, müssen alle Begriffe zusammengesetzt werden, meist
mit dem Universalwort „blong“ von "it belongs to".
Zum Beispiel: „glas blong lukluk“ ist eine Lupe, und „rubba
blong fakfak“ ist ein Kondom.
Nachdem wir unsere Festivalerlebnisse
abgeschlossen haben, verbringen wir eine weitere Woche in
den Banks Inseln. In der Waterfall Bay genießen wir das
Schwimmen im Süßwasser und besuchen die Bewohner, tauschen
mit ihnen Obst und Gemüse gegen Kleidung und Küchenzubehör.
Unser Vorhaben Richtung Norden zum Riff Island zu fahren,
brechen wir nach 2 Stunden motoren gegen Wind und Welle ab
und nehmen den Weg Richtung Süden auf.
Auf Gaue machen wir einen Nachtstop und bekommen im
Tauschgeschäft zum letzten Mal drei Hummer. Der Wind ist
ideal und zugleich für die Gegend außergewöhnlich aus
Nordost (gewöhnlich haben wir immer Südost), so dass wir
Richtung Süden nach Espiritu Santo segeln.
Wir
legen uns vor Champagne Beach bzw. Lonnoc Beach vor Anker,
denn angeblich ist Champagne Beach eines der schönsten
Strände im Südpazifik!
Um ehrlich zu sein, es ist ein
schöner Strand, aber für uns nichts Außergewöhnliches! Aber
wir haben endlich wieder Handyempfang und rufen somit nach
fast 3 Wochen wieder mal zuhause an. Und da erfahren wir
auch gleich, was wir alles zu erledigen haben und dringend
Internet finden müssen, so dass die Weiterfahrt zum Oyster
Island Resort beschlossene Sache ist.
Dort befindet sich auch gleich die erste Sehenswürdigkeit
der Insel, die Blue Holes! Wir unternehmen einen
Beibootausflug zum Matevulu Blue Hole, dem größten und
besten Blue Hole. Es hat einen Durchmesser von 50m und eine
Tiefe von 18 m. Zunächst fahren wir dem Fluss ca. 2 Km durch
Regenwald hoch und enden dann im Blue Hole mit tollem
kristallklarem blauen Wasser! Ein unbedingtes Muss!
Da es aber in Santo so viel zu entdecken
gibt, ziehen wir nach 3 Tagen weiter in die Surunda Bay.
Dort hat ein reicher Südafrikaner eine große Villa direkt am
Strand gebaut, und wir Segler haben das Glück und dürfen
sein Internetanschluss per WiFi Antenne mitzubenutzen. Die
Bucht ist zudem traumhaft schön und liegt direkt an der
Hauptstraße nach Luganville, der zweitgrößten Stadt in
Vanuatu.
Von hier aus unternehmen wir einen Tagesausflug zu dem „Millenium
Cave“, dem besten Ausflug den wir seit Beginn unserer Reise
unternommen haben. In den Bergen von Santos, ca. 1 Stunde
Fahrt mit dem Jeep, ist es ein Treck durch den Dschungel
über Bambusleitern und einer Bambusbrücke, Stock und Stein
zu einer großen Höhle, die 20m weit und 50m hoch ist. Über
große Steine steigt man im Bachlauf hinab in die Höhle, die
stockdunkel ist und mit einer Taschenlampe in der Hand geht
es dann durch den Bachlauf durch die ca. 500m lange Höhle.
Wir sehen Fledermäuse und schöne Stalaktiten, einen kleinen
Wasserfall und Süßwassergarnelen.
Wieder
im Tageslicht angekommen, wird eine Mittagspause eingelegt,
bevor es dann mit einem Kinderschwimmreifen bewaffnet in die
Klamm geht (wieder sind gute Kletterkünste angesagt!), um
letztendlich sich im Fluss durch die Klamm am Regenwald und
Wasserfall vorbei gleiten zu lassen. Am Ende geht es über
Bambusleitern und durch den Regenwald zurück zum Dorf, wo
unser Fahrer auf uns wartet. Da die Höhle dem Dorf gehört,
sind sie die Veranstalter und somit muss man sich einen
Fahrer suchen, der einen von Luganville zu dem Dorf fährt.
Von morgens 7 Uhr bis abends 18 Uhr waren wir unterwegs und
sind um 20 Uhr todmüde ins Bett gefallen!
Nach einem Tag Erholung verholen
wir nach Luganville. Dort ist tauchen angesagt, denn das
größte für Freizeittaucher zugängliche Schiffswrack, die
S.S. President Coolidge befindet sich nur wenigen Meilen
entfernt von Luganville, ca. 90 Meter vor der Küste, mit dem
Bug bei 21m und dem Heck bei 73m Tiefe.
Die S.S. President Coolidge diente als
Luxus-Kreuzfahrtschiff (sie war so elegant wie die Titanic),
bevor es im zweiten Weltkrieg als Truppentransporter
beschlagnahmt wurde. Das Schiff war stolze 199 Meter lang,
verdrängte 21.936 Tonnen Wasser und konnte 988 Passagiere
mit einer Geschwindigkeit von 21 Knoten befördern. Am 26.
Oktober 1942 dampfte sie auf den Weg zu den Salomonen durch
den Kanal von Espiritu Santo.
In ihren eleganten Sälen und Aufenthaltsräumen saßen
dichtgedrängt 4800 Soldaten, um Truppen zu verstärken, die
bereits in Guadalcanal kämpften. Der Kapitän wusste nicht,
dass die US-Marine im Kanal Minen gelegt hatte. Um 9.45 Uhr
traf das Schiff in kurzem Abstand auf zwei Minen und es
vergingen nur 90 Minuten, bis es vollständig versunken war.
Dank des schnellen Handelns des Kapitäns, der das Schiff auf
das Ufer zusteuerte, verloren nur zwei Menschen ihr Leben.
Das
Wrack kann nur mit einer örtlichen Tauchschule betaucht
werden und die Tauchgänge an der Coolidge sind sehr genau
festgelegt.
Wir haben 4 Tauchgänge an der Coolidge
unternommen, einer schöner und interessanter als der andere.
Zunächst wird ein Einführtauchgang unternommen, bei dem der
Tauchlehrer die Tauchkenntnisse feststellen möchte. Wir sind
deswegen zunächst nur um das Bug getaucht.
Beim zweiten Tauchgang ging es in die Frachträume, wo bis
heute Jeeps und Kanonen zu sehen sind. Der dritte Tauchgang
führte zu dem berühmtesten Passagier des Wracks am Ende des
Speisesaals der Ersten Klasse, die sogenannte „The Lady“,
die auf die Taucher hinab schaut. Die bekannte Figur aus
elisabethanischer Zeit, deren Bedeutung nicht wirklich
bekannt ist, wurde 1981 im Rauchersalon entdeckt, und auf
einer Wassertiefe von 35m Tiefe in den Speisesalon verlegt.
Der vierte Tauchgang in den Maschinenraum
war allerdings der aufregendste und beste Tauchgang im
Wrack. Durch ein Loch gleitet man an einen riesigen
Kondensator vorbei. Etwa 6m weiter unten befindet sich eine
kleine Luke, die den direkten Zugang zu dem Kontrollraum
ermöglicht. In dem kleinen Raum befinden sich zahllose
Nummernscheiben und Telegraphen. Durch das Wrack vorbei an
der Lady ging es dann nach ca. 25 min und einer max.
Wassertiefe von 48 m wieder hinauf am Schiffrumpf entlang
zur Dekompressionsstelle. Wir hatten eine sehr gute Sicht
und mit Charles von Aquamarine einen tollen Tauchführer.
Eine weitere Tauchattraktion ist der
Million Dollar Point, wo die Amerikaner nach dem 2.
Weltkrieg all ihren Kriegsschrott ins Meer gekippt haben, da
der Rücktransport teuerer gewesen wäre. Zwischen Panzern,
LKW-Anhängern, LKW’s, Jeeps, Geschützen und vielem Meer
;-)kann
man wunderbar durchtauchen. Auch das sollte man nicht
verpassen!
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